SP Bezirk Zofingen


Sexismus als gesellschaftliches Grundproblem

13.April.2015

Bildung und Erziehung stehen in den letzten Tagen im Brennpunkt medialer und gesellschaftlicher Diskussion. Empörung hat das demütigende und sexistische Verhalten junger Männer gegenüber jungen Frauen an Schulen ausgelöst. Die Schuld für diese Misere suchen viele in der Multikultimentalität von Lehrpersonen und dem negativen Einfluss mancher Migrationskulturen auf das individuelle Verhalten. Als Lösung wird hartes Durchgreifen gegenüber den Tätern und die Durchsetzung Schweizer Werte gefordert. Ich möchte in Kürze aufzeigen, warum diese Diskussion und  die damit verbundenen Forderungen am eigentlichen Problem vorbeigehen.
Demütigung anderer, in welcher Form auch immer, beschränkt sich weder auf kulturelle Gruppierungen (beispielsweise Menschen aus dem Balkan), noch ist die Ursache in der politischen und gesellschaftlichen Haltung von Lehrpersonen zu finden. Vielmehr sind solche Ereignisse beispielhaft dafür, dass in unserer Gesellschaft Menschen (insbesondere Frauen) zu Objekten gemacht werden. Ob wir eine Frau als Schlampe bezeichnen, sie mit einem Gebrauchsgegenstand vergleichen oder ihr aufgrund ihres Geschlechts weniger Lohn zahlen, ist im Grunde das Gleiche. Es handelt sich in allen drei Fällen um eine Diskriminierung bzw. eine Demütigung einer Person aufgrund nicht relevanter Gründen. Dieses diskriminierende Verhalten finden wir in allen Bevölkerungsschichten. Der einzige Unterschied liegt darin, welche Person diskriminiert wird und auf welche Art und Weise dies geschieht.
Die Lösung liegt in der Durchsetzung der Gleichstellung aller Menschen in jedem gesellschaftliche Bereich, der Vermittlung universalen Werte und moralischen Grundsätzen durch Eltern und Lehrpersonen, sowie der Anerkennung des Tatsache, dass wir trotz aller Unterschiede alle nur Menschen sind. Nicht in der Forderung nach mehr Repression oder der Annahme, dass unser kultureller Hintergrund als Schweizer oder Schweizerin uns zu besseren Menschen macht. Vielmehr müssen wir uns fragen, wie wir unsere Kinder erziehen wollen, damit sie später in unserer Gemeinschaft ihren Platz finden können.




SP vor Ort